Zahnarztangst überwinden
Angst

5 praktische Tipps bei Angst vor dem Zahnarzt

Befragt man die Suchmaschine, so lautet das Ergebnis, dass mehrere Millionen Menschen in Deutschland Angst vor dem Zahnarzt haben. Der eine mehr, der andere weniger.

F40.2 heißt die offizielle Diagnose in der Klassifizierung der WHO und damit gehört die Zahnarztangst zu den spezifischen Phobien.

Wenn du, so wie ich, unter dieser Phobie oder starken Ängsten leidest, fühl dich getröstet.
Allein bist du damit bei weitem nicht und viele Zahnarztpraxen können daher gut damit umgehen.

Das war nicht immer so, hat sich mit den Jahren allerdings wirklich geändert.

Was also tun, wenn man Angst vor dem Zahnarzt hat?

Angst vor dem Zahnarzt überwinden

In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, mit welchen Methoden und Tools ich sehr erfolgreich an meiner Angst gearbeitet habe und noch arbeite. Denn die Traumata der Vergangenheit sind oft leider nicht auf Knopfdruck aufzulösen.

Der eine oder andere Tipp ist vielleicht etwas anders, als du erwartest. Was meine langjährigen Ängste angeht, bin ich inzwischen sehr experimentierfreudig und lade dich ein, es mir gerne gleichzutun 🙂

Panik Panik Panik

Die Idee zu diesem Artikel kam auf, da meine Ängste vor dem Zahnarztbesuch in den letzten Wochen so stark waren, dass mir das Thema permanent um die Ohren flog. Es zog sich durch alle Bereiche meines Lebens und ich wurde zu einem körperlichen und psychischen Wrack. Die Angst hatte für kurze Zeit wieder volle Kontrolle über mein Leben.

Mir war dauernd schwindelig, oft übel und mein Körper geriet durch die Angst in Dauerstress.

Und das lag tatsächlich daran, dass ich mich sehr sehr lange vor einer Wurzelbehandlung gedrückt hatte und sie jetzt nicht mehr aufschieben konnte. Der Tag des jüngsten Gerichts war gekommen. Und ich habe ihn überlebt.

Das habe ich natürlich auch dem Zahnarzt selbst und seinem tollen Team zu verdanken. Deshalb ist dies der erste Tipp. Los gehts.

Tipp 1: Der richtige Zahnarzt bei Angst und Phobie

Viele Praxen sprechen Angstpatienten heute direkt an. Wenn du in der Suchmaschine Angst vor dem Zahnarzt + deine Stadt eingibst, wirst du schnell fündig.

Nun musst du dich nur noch trauen den Hörer in die Hand zu nehmen.
Ich selbst gehe lieber direkt hin und verschaffe mir so den ersten Eindruck. Wenn du aber lieber anrufen möchtest, mach keinen Hehl daraus, das du Angstpatient bist. Wie soll dir optimal geholfen werden, wenn du deine Ängste zu kaschieren versuchst?

Vielleicht fühlt es sich für dich seltsam an. Du warst lange nicht beim Zahnarzt, deine Zähne sind in keinem optimalen Zustand und du empfindest neben Angst vielleicht auch eine gewisse Scham.

Aber hey, kein Mensch wird dich verurteilen, mit dir schimpfen oder sonstiges. Wichtig ist eben nur, dass du ehrlich bist was deine Ängste angeht. So gibst du der Praxis die Chance, bewusster mit dir umzugehen.

Du kannst im Vorfeld auch auf bestimmte Qualifikationen achten. In der Praxis, die ich besuche, wird zum Beispiel Hypnose angeboten.
Habe ich allerdings noch nie genutzt. Du vielleicht? Dann teile deine Erfahrungen total gerne in den Kommentaren unten.

Zwischenmenschlichkeit

Ansonsten denke ich, ist das Zwischenmenschliche mit der wichtigste Teil. Ein Mensch muss meine Ängste nicht zu 100% nachvollziehen können. Viel wichtiger ist die Art, wie er damit umzugehen vermag.

Diese Erfahrung habe ich nicht nur beim Zahnarzt selbst gemacht, sondern auch generell im Bezug auf meine chronische Angststörung. Da gibt es einfach Menschen, die wissen wie sie dich nehmen müssen. Auch wenn sie keine genaue Vorstellung haben, was es genau bedeutet, mit dieser Krankheit leben zu müssen.

Angst vor dem Zahnarzt

Sie wissen, wie sie mit sensiblen Charakteren umgehen müssen. Und wenn wir Angst haben sind wir eben übersensibel und leicht verletzbar. Das ist keine Schande, sondern völlig normal. Einfach menschlich.

Du wirst es merken, wenn du den Zahnarzt oder die Zahnärztin kennenlernst. Über die Suchmaschine kannst du dir vielleicht sogar Bewertungen der Praxis anschauen, die du erwählt hast. Aber letztlich weiß man wohl erst wenn man da ist, ob es passt.

Der Erklärbär

Etwas das ich sehr wichtig finde, ist das man mir sagt, was passiert. Bei Angst haben wir in der Regel auch ein Problem mit Kontrollverlust. Mir geht es auf jeden Fall so. Daher bin ich sehr froh das mein Zahnarzt jeden Schritt der Behandlung erklärt. Will ich es nicht ganz so detailliert wissen, sage ich einfach kurz Bescheid.

Das Erklären hilft natürlich, zu wissen was passiert und nimmt den Druck raus. Außerdem höre ich da manchmal auch heraus, dass ich es bald geschafft habe. Ein wunderbares Gefühl.

Vollnarkose?

Es gibt auch Praxen, die Vollnarkose mit Angsttherapie verwechseln. Meine subjektive Meinung ist, das Narkosen immer ein Risiko darstellen. Sie ersetzen keine Therapie oder ein Angsttraining und du wirst beim nächsten Zahnarztbesuch wieder vor dem gleichen Problem stehen.

Deine Ängste verändern sich dadurch eben nicht. Letztlich musst du das mit dem Zahnarzt abklären. Hast du starke Ängste und ein akutes Schmerzproblem, zögere aber nicht um die Narkose zu bitten, wenn du sie möchtest.

Ansonsten lies gerne weiter und schau, wie es auch ohne Vollnarkose beim Zahnarzt funktionieren kann.

Tipp 2: Geh nicht alleine zum Zahnarzt

Sprich mit einer dir nahestehenden Person über deine Ängste und frage nach Begleitung. Alles ist leichter, wenn man nicht alleine gehen muss. So hast du ein wenig Ablenkung und gleichzeitig Sicherheit.
Außerdem wird die Person dafür sorgen, dass du auch wirklich zum Termin gehst und dich nicht im letzten Moment doch noch drückst.

Es wird dir auch Erleichterung verschaffen, offen mit deinen Ängsten umzugehen. Der erste Druck ist schon weg, wenn du dich outest und mit jemandem darüber reden kannst. Nur Mut.

Tipp 3: Meditation bei Angst vor dem Zahnarzt

Hätte ich früher verstanden, wie mächtig Meditation bei tief sitzenden Ängsten sein kann, wäre mir wohl einiges erspart geblieben.

Ich meditiere seit einem Jahr regelmäßig und das macht sich auf dem Zahnarztstuhl deutlich bemerkbar.

Aber keine Panik, du brauchst kein Jahr um die ersten Resultate festzustellen. Bleibst du insbesondere am Anfang in der täglichen Meditationsroutine drin, wirst du schon nach kurzer Zeit Fortschritte machen.

Die unterschiedlichen Meditationsarten

Es gibt viele Wege Meditation zu praktizieren. Zwei davon will ich dir hier vorstellen. Ich selbst habe mich am Anfang für geführte Meditationen entschieden. Hierbei spricht eine Person und leitet dich an. Dies hilft dir gut, nicht in Gedanken zu versinken und Fokus, sowie Konzentration zu halten.

In der App Insight Timer findest du eine riesige Auswahl an Meditationen und sogar ganze Kurse in denen du es von der Pieke auf lernen kannst.

Bücher über Meditation

Falls du, wie ich, erstmal das eine oder andere Buch lesen möchtest, kann ich dir folgende ans Herz legen:

Als alte Skeptikerin brauchte ich erstmal eine Dosis Wissenschaft, ehe ich mich hier und da auch mal auf z. B. buddhistische Meditations-Weisheiten einlassen konnte.

Dr. Joe Dispenza war eine wahnsinnige Inspiration für mich und ich habe seine Bücher verschlungen. Die Meditation Segnung der Energiezentren* (geführt), gehört für mich bis heute zu meinen liebsten und hat mir insbesondere vor der Wurzelbehandlung (kreisch) sehr geholfen.

Die stille Meditation

Meditation gegen Angst vor dem Zahnarzt

Die stille Meditation eignet sich gut, wenn du schon ein bisschen an deiner Konzentration gearbeitet hast. Viel zu schnell nämlich, düsen dir die Gedanken in die falsche Richtung und lenken dich vom Wesentlichen ab.

So ganz still ist es bei mir allerdings nie, denn ich nutze spezielle Musik* während der Meditation (dazu kommen wir bei Tipp 4). Dennoch ist es etwas komplett anderes, wenn plötzlich keine Stimme mehr in deinem Ohr ist die spricht.

Die Meditationen sind für mich hier deutlich tiefer gegangen als bei den Geführten.

Ich habe nochmal eine andere Art von innerer Ruhe feststellen können, die vermutlich viel dazu beigetragen hat, dass meine Ängste zurückgingen.

Denn regelmäßig angewendet, beginnt Meditation damit, dein Gehirn quasi umzubauen. Und zwar im positiven Sinne. Sie wirkt sich auf unterschiedliche Bereiche des Gehirns aus und in unserem Fall von Zahnarztangst, ist ein sehr entscheidender Part die Amygdala.

Meditation bei Ängsten

In der Amygdala, einem Teil des limbischen Systems, werden unsere Emotionen verarbeitet, insbesondere die Emotion Angst. Meditierst du regelmäßig (Anfangs idealerweise täglich) und sei es nur für 15 bis 30 Minuten, wirst du schon bald eine Veränderung an dir feststellen.

Die Amygdala wird stark beeinflusst und tatsächlich beginnt sie durch regelmäßige Meditation zu schrumpfen. Du wirst dadurch erleben, wie du angstbesetzte Situationen anders erlebst und bewertest.

15 bis 30 Minuten also, das wäre nur eine knappe Netflixserie weniger am Abend. Du bekommst dafür ein wertvolles Geschenk: Deine Angst verringert sich. Dein Stresslevel sinkt.

Denn Meditation wirkt sich auch auf Sympathikus und Parasympathikus aus. Das sind Bereiche die zum autonomen Nervensystem gehören. Sind die beiden ausgeglichen, geht es uns deutlich besser mit unseren Ängsten.

Jeder mag den Parasympathikus

Der Sympathikus sorgt einfach ausgedrückt dafür, dass unser Stresslevel hochschießt, wir in den Kampf oder Flucht Modus übergehen und somit viel Energie verbraucht wird. Sein Gegenspieler ist der Parasympathikus, der im Nachgang wieder für Ruhe und Ausgeglichenheit sorgt.

Der Parasympathikus wird im Rahmen der Meditation gestärkt. Bzw. sorgt die Meditation für eine Ausgeglichenheit der beiden und lässt den Sympathikus nicht so schnell losfeuern.

Warum also nicht bewusst in die Entspannung gehen, um genau das zu erreichen?

Die gute Nachricht ist, dass Meditation natürlich nachhaltig wirkt. Somit wirst du die Erfahrungen die dein Körper und dein Gehirn sammeln, natürlich auch mit zum Zahnarzt nehmen.

Du wirst gelassener reagieren und deine Stress- und Angstresistenz werden größer. Schon bald wirst du den Zahnarzt nicht mehr warnen müssen, dass du ihm vielleicht gleich auf die Hose kotzt. Eine Win-win-Situation.

Fazit Meditation bei Zahnarztangst

Ich hoffe das ich dir das Thema Meditation mit diesen kurzen Erklärungen etwas näher bringen konnte. Sie ist kein Hexenwerk und jeder Mensch kann sie erlernen. Das finde ich einfach großartig.

Kombiniert mit spezieller Musik*, die du auch beim Zahnarzt hören kannst, wird sie dein Leben und deine Angst vor dem Zahnarzt sicherlich positiv beeinflussen können.

Tipp 4: “Musik” gegen Zahnarztangst (Alphawellen, Neobeats® und Co.)

Ich muss dir gestehen, als ich nach vielen Jahren das erste Mal wieder auf dem Zahnarztstuhl lag, habe ich noch normale Musik gehört. Richtig laut, um ja nichts um mich herum zu hören. Diesen Tipp hatte ich damals gelesen und fand ihn schlüssig.

Für mich hat das aber leider überhaupt nicht funktioniert. Es hat mich eher noch mehr gestresst, weil ich nicht mehr hörte, was um mich herum geschah. Daher gab ich es schon nach dem ersten Versuch wieder auf.

Ganz anders sieht es mit den sogenannten binauralen Beats oder auch Neobeats* aus. Das sind effektive Hörsessions, die die Gehirnwellen gezielt stimulieren. Hier hörst du entspannte Musik, die mit den entsprechenden Frequenzen unterlegt ist.

Du kannst dein Gehirn also in den gewünschten Zustand von Entspannung bringen.
Entspannt beim Zahnarzt? Klingt ziemlich gut, oder?

Die Musik muss dabei nicht extrem laut sein, das ist nicht notwendig. Die Wirkung entfaltet sich trotzdem. So höre ich, wenn der Zahnarzt mir sagt, was als Nächstes kommt und behalte die Kontrolle über das Geschehen.

Welche Gehirnwellen gibt es?

Die Wissenschaft hat im Laufe der Zeit bereits einige Gehirnwellen entdeckt und gut erforscht sind hier, Delta, Alpha, Beta und Theta. Noch ganz jung in ihrer Entdeckung sind die Gamma Wellen.

Damit du weißt, wann welche Wellen besonders präsent sind, erkläre ich sie dir kurz. Alle Wellen jedoch, schwingen immer, nur eben nicht im gleichen Ausmaß zu gleicher Zeit.

Vor allem die hohen Beta Wellen schwingen in unserer hektischen Zeit sehr kräftig und führen zu vielen Problemen.

Entspannung durch Frequenzen

Delta (0,1-4 Hz)

Die Tiefschlaf Wellen. Delta Wellen sorgen für Regeneration und Erholung. Sind deine Delta Wellen gestört, bzw. nicht gut ausgeprägt, erkennst du das daran das du z. B. schlecht einschläfst oder nicht durchschläfst. Am Morgen fühlst du dich wenig erholt und zerknirscht.

Theta (4-8 Hz)

Theta Wellen sind sehr präsent, wenn wir uns in einem leichten Dämmerzustand befinden. Wir sind dann sehr entspannt (z. B. Bei einer Massage oder unter Hypnose).

Beta (12-38 Hz)

Schwingen die Beta Wellen im niederen Frequenzbereich, sind wir aufmerksam und konzentriert (z.B. beim Lesen).
Schwingt Beta im höheren Bereich (wie bei sooo vielen Menschen) sind wir gestresst, am Limit, neigen schneller zu aggressivem Verhalten und Ängsten (!). Auch am Abend finden wir nun kaum noch Ruhe und Entspannung.

Gamma (38-70 Hz)

Sind die Gamma Wellen sehr aktiv, sind wir zumeist hoch konzentriert bei der Arbeit oder auch in einer sehr sehr tiefen Meditation, welche ebenfalls ein hohes Maß an Konzentration erfordert.

Alpha Wellen bei Angst vor dem Zahnarzt

Wenn die Alpha Wellen (8-12 Hz) sehr aktiv sind, dann sind wir wach, konzentriert aber entspannt.

Beim Zahnarzt sind wir als Angsthasen weder konzentriert noch entspannt, dafür aber hellwach und panisch.

Daher nutze ich insbesondere die Alpha Wellen, wenn ich auf dem Zahnarztstuhl liege. Je nachdem wie lange die Behandlung dauert, nehme ich den Effekt der sogenannten binauralen Beats sehr deutlich wahr.

Die Atmung wird ruhiger, die Muskeln entspannen sich langsam. Das sind wichtige Signale meines Körpers an mein Gehirn!

Denn strahlt der Körper Angst aus (durch schnelles atmen oder das vergessen zu atmen 😉 , nervöses schwitzen und verkrampfte Muskelpartien), wird die Information natürlich 1 : 1 an das Gehirn weitergeleitet.

Entspannung? Unmöglich.

Anwendung der Neobeats

Ich empfehle dir die Beats schon ein paar Minuten vor Betreten der Praxis anzumachen. So können sie ihre Wirkung schon langsam entfalten. Noch besser ist es natürlich, du testest sie erst einmal ganz entspannt zu Hause, ohne das da schon ein Druck von außen da ist.

Das hat den Vorteil, dass du dich langsam daran gewöhnen kannst und die Wirkung sich voll und ganz in entspanntem Zustand entfalten kann. So wird es auch empfohlen 🙂

Frequenzen gegen Angst

Den Unterschied zur normalen Musik wirst du schnell bemerken, die Wirkung ebenso. Teste in Ruhe. Beim Sitzen auf dem Sofa zum Beispiel, auf einer Runde mit deinem Hund oder wie ich, bei einer Meditation. Bei Bedarf nutze ich die Beats auch als Einschlafhilfe.

Wo finde ich die Neobeats?

Eine ganze Reihe von binauralen Beats kannst du dir hier kostenlos anhören*. Es gibt sehr viele, ich empfehle dir allerdings, dich wirklich auf die Alphawellen zu konzentrieren. Bzw. erst einmal in dem Spektrum unterwegs zu bleiben, das allgemein gut erforscht wurde.

Epileptiker und Schlaganfallpatienten sollten die Beats nicht verwenden, da sie ja Einfluss auf das Gehirn nehmen. Dies kann bei einer entsprechenden Vorerkrankung zu weiteren Anfällen führen. Das sollte dich als Betroffener natürlich nicht daran hindern, Entspannungsmusik* oder entsprechende Übungen (siehe weiter unten) für dein Angst-Training zu nutzen.

Gesunde Menschen müssen sich natürlich keine Sorgen machen.
Marvin von Neobeats, wird dich nach deiner kostenlosen Anmeldung* aber auch noch genauer unterrichten, wie du idealerweise vorgehen kannst. Auch kannst du dich bei Fragen jederzeit an ihn wenden.

Ich wünsche dir viel Spaß dabei und hoffe, es wird dich so begeistern wie mich 🙂

Tipp 5: Beruhigungsmittel für den Notfall (starke Zahnschmerzen und Angst)

Ich hoffe für dich, dass du dich nicht gerade in dieser Situation befindest. Aber manchmal treibt uns die Angst so weit. Wir haben den Zahnarztbesuch ewig aufgeschoben, die Panik steigt und steigt.

Irgendwann kommen Zahnschmerzen dazu. Das Schamgefühl ist riesig, weil die Zähne vielleicht schlecht aussehen und es uns nun peinlich ist, den Schritt zu wagen.

Aber falls das noch nicht gut rüberkam: der Zahnarzt ist dafür da, dir zu helfen. Er wird dich weder verurteilen, noch dir Vorwürfe machen. Sei einfach ehrlich und lass dir dann fachgerecht helfen. Der erste Schritt ist getan, wenn du hingehst. Hast du den gemacht, kannst du einfach nur stolz auf dich sein!

Damit du diesen Schritt trotz deiner starken Angst vor dem Zahnarzt gehen kannst, hat Gott (oder die Pharmaindustrie) Benzodiazepin erfunden. Du kennst es vielleicht einfach als Diazepam.

Benzodiazepin bei Zahnarztangst

Es wirkt stark beruhigend und Angst hemmend. Leider macht es auch schnell abhängig, da will ich dir nichts vormachen. Aber für einen Zahnarztbesuch unter starken Ängsten und/oder Zahnschmerzen, ist es optimal geeignet. Da passiert gar nichts, außer das du dich angenehm erleichtert fühlst. Manch einer nimmt es z. B. auch bei Flugangst.

Die Angst vor dem Zahnarzt bekämpfen

Ich habe das Medikament einmal in einem anderen Zusammenhang genommen und war sehr überrascht über die starke Wirkung. Wenn du schon jahrelang mit chronischen Ängsten lebst, ist so eine Tablette wie ein Kurzurlaub von deinem eigenen Wahnsinn.

Ich kann es also eigentlich nur empfehlen. Aber kann auch nicht oft genug sagen, wie wichtig es ist, an der Angst selbst zu arbeiten und sich nicht auf Tabletten oder Vollnarkose zu verlassen. Es lebt sich viel entspannter, wenn du die Angst im Griff hast und nicht die Angst dich.

Die Tabletten bekommst du entweder vom Zahnarzt (ruf vorher an und versichere dich das du sie dort bekommst) oder du sprichst mit deinem Hausarzt. Das ist vielleicht leichter für dich und hat den Vorteil, dass du die Tablette rechtzeitig VOR dem Besuch beim Zahnarzt nehmen kannst.

So wird der Gang für dich sehr wahrscheinlich einfacher.

Rescue Tropfen (Bachblüten)

Möchtest du lieber etwas Leichteres zu dir nehmen, kann ich dir auch die Rescue Tropfen von Bach* empfehlen. Ich nutze die Bachblüten seit Jahren bei mir und ehrlich gesagt, auch bei meinen Hunden 🙂

Es gibt sie mit und ohne Alkohol. Ich nutze für mich die mit Alkohol. Entweder direkt bei einer Panikattacke, oder aber wenn ich schon weiß, dass eine schwierige Situation auf mich zukommt.

In letzterem Fall nehme ich sie dann innerhalb von einer Stunde 3x. Jeweils 3 bis 5 Tropfen im Abstand von 20 Minuten. Achtung, der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig.

Die Tropfen bekommst du bei Amazon* oder in der Apotheke deines Vertrauens.

Bonustipps: Stressbälle, Atmung & Therapie

Puh, wir sind am Ende des Artikels angekommen. Es freut mich das du bis hierher gelesen hast. Ich habe dir nun einen Teil meines Weges aufgeschrieben und dir etwas detaillierter erklärt, warum ich das mache und wieso es funktioniert.

Selbstverständlich gibt es noch andere Möglichkeiten, gegen Angststörungen im Allgemeinen und der Zahnarztangst im Speziellen vorzugehen. Bei allen ist es wichtig, am Ball zu bleiben um einen nachhaltigen Effekt im Angst-Training zu erzielen.

Der innere Schweinehund steht uns da leider ab und zu im Weg, da kann ich mich nicht ausschließen. Aber das Gefühl, wenn die Angst kleiner wird und du in Ruhe zum Zahnarzt schlenderst statt schweißgebadet, ist es allemal wert.

Wenn alles oben genannte nichts für dich ist, probiere es bei der Angst vor dem Zahnarzt doch zum Beispiel auch mit:

Der Anti Stress Ball

Was ich eher zufällig bei meinem Zahnarzt entdeckt habe, sind diese kleinen Stress-Bälle*. Einer liegt dort immer parat und so nutze ich ihn, um meinen gedanklichen Fokus weg von Bohrgeräuschen und Angst zu lenken.
Besser auf das herumdrücken konzentrieren als auf Angst, oder?

Augen schließen

Einer der wichtigsten Tipps zum Ende. Guck vielleicht nicht ganz so genau hin, was um dich herum passiert. Was du nicht siehst, kann dir auch keine Angst machen. Zumindest theoretisch. Der Zahnarzt erklärt ja, was passiert. Sehen musst du es aber nun wirklich nicht.

Atme

Eins meiner größten Probleme ist, dass ich beim Zahnarzt “vergesse” zu atmen. Meine Muskulatur verkrampft sich dadurch extrem und sorgt so dafür, dass die Angst steigt. Im Rahmen von Meditation (denk an die App Insight Timer), kannst du Atem-Meditationen ausprobieren.

Das hilft dir, dich auch im Moment der Angst an etwas zu erinnern. Nämlich daran, wie wichtig es ist, zwischendurch bewusst ein- und auszuatmen. So lässt du den Druck der Angst heraus aus deinem Körper und dein Gehirn bekommt die Information “entspannen bitte!”

Atemmeditation

Therapie bei Zahnarztangst?

Und natürlich gibt es die Möglichkeit, deine Angst vor dem Zahnarzt mit einem Psychotherapeuten zu besprechen und idealerweise auch zu beheben.

In Kombination mit gezielten Entspannungsübungen (die du oft auch in der Therapie lernst) wirst du sehr erfolgreich sein und dem Zahnarztbesuch in Zukunft relaxter entgegenblicken.

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und lass mich gerne in den Kommentaren wissen, wie es bei dir läuft.

Ich sende dir liebe Grüße und eine Tonne Mut,

Janin


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